Skip to main content
 
VPP 1/2024

GESUNDHEITSPOLITISCHE NOTIZEN

09. Januar 2024

EU-weit ist über die Hälfte der Menschen mit psychischen Problemen ohne professionelle Hilfe

Eine neue Eurobarometer-Umfrage zur psychischen Gesundheit hat ergeben, dass neun von zehn Befragten (89%) es für wichtig halten, dass die psychische Gesundheit im selben Maße wie die körperliche Gesundheit gefördert wird. Gleichzeitig stimmt weniger als die Hälfte der Befragten der Aussage zu, dass Menschen mit psychischen Problemen dasselbe Maß an Fürsorge zuteil wird wie Menschen mit körperlichen Symptomen. Darüber hinaus hatte fast die Hälfte der Befragten (46%) in den letzten zwölf Monaten ein emotionales oder psychosoziales Problem, etwa depressive Verstimmungen oder Ängste. Mehr als die Hälfte dieser Befragten mit einem psychischen Gesundheitsproblem (54%) hat der Umfrage zufolge keine professionelle Hilfe erhalten.
https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/30

 

WHO empfiehlt höhere Steuern auf Alkohol und ungesunde Lebensmittel

Mehr als 2,6 Millionen Menschen pro Jahr sterben laut WHO weltweit an den Folgen ihres Alkoholkonsums, acht Millionen an ungesunder Ernährung. Diese Todesfälle könnten Regierungen mittels höherer Steuern reduzieren, erklärte die Organisation anlässlich der Veröffentlichung eines Handbuchs mit Tipps zu Alkoholsteuern. Mindestens 148 Länder erheben laut WHO Steuern auf alkoholische Getränke. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die meisten Länder keine Steuern nutzen, um Anreize für gesünderes Verhalten zu schaffen. Um die Länder zu unterstützen, veröffentlicht die WHO außerdem ein technisches Handbuch zur Alkoholsteuerpolitik und -verwaltung. Bei Bier liege der Anteil der Verbrauchssteuer der verkaufsstärksten Marke global bei durchschnittlich 17,2%. Bei den meistverkauften Spirituosen seien es 26,5%. In Litauen etwa habe eine Erhöhung der Einnahmen aus der Alkoholsteuer von 234 Mio. Euro auf 323 Mio. Euro zu einer deutlichen Abnahme alkoholbedingter Todesfälle geführt.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/147835/WHO-empfiehlt-hoehere-Steuern-auf-Alkohol-und-ungesunde-Lebensmittel
 

Zi-Studie: Niedergelassene Praxen in Corona-Pandemie effizienter als stationäre Einrichtungen und Suizidrisiko deutlich gestiegen

Während der Corona-Pandemie konnten niedergelassene Psychiatrie- und Psychotherapie-Praxen Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Krisensituationen besser versorgen als psychiatrische und psychosomatische Kliniken sowie Tageskliniken, was vermutlich mit dem Einsatz telemedizinischer und digitaler Angebote zusammenhängt.

Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt „CovPsych: Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Versorgung von Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen“, das vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gefördert und vom Zentrum für Psychosoziale Medizin am [IL1] Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde.

Darüber hinaus zeigte die Studie einen signifikanten Anstieg des Suizidrisikos in der Pandemie um 27,4 Prozent im Vergleich zum Kontrollzeitraum an.

Kurzzusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: https://www.zi.de/fileadmin/Downloads/Service/Medien/MI/MI_CovPsych-Studie_2023-12-05.pdf

Abschlussbericht des Projekts:  https://www.zi.de/fileadmin/Downloads/Service/Medien/MI/Abschlussbericht-CovPsych_05-12-23.pdf

 

 [IL1] Hier fehlt was (voller Name des Zentrums)