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Tagungen + Kooperationen  • VPP 1/2014

Intergremientreffen am 30. November 2014 in Würzburg

03. Februar 2014
 

Einmal im Jahr kommen VertreterInnen des gesamten DGVT-Verbunds – Fachverband mit Fort- und Weiterbildung und Verlag sowie AusbildungsAkademie – und des DGVT-Berufsverbands zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen auszutauschen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Das sogenannte Intergremientreffen fand am 30. November 2013 in Würzburg statt. 

Zunächst berichteten Vorstand und Bundesgeschäftsstelle über Personal, Mitgliederentwicklung und Finanzen von DGVT und DGVT-BV. Alle Einzelheiten sind nachzulesen in den Rechenschaftsberichten des Vorstands von DGVT und DGVT-Berufsverband; beide Berichte sind in dieser VPP abgedruckt.

Der Vorstand informierte die TeilnehmerInnen des Intergremientreffens des Weiteren über die Stellungnahmen, mit denen sich DGVT und DGVT-BV im Jahr 2013 zu gesundheits- und sozialpolitischen bzw. berufspolitischen Themen positioniert haben. Berichtet wurde auch über die Mitarbeit an der weiteren Entwicklung von Leitlinien. Im Rechenschaftsbericht der DGVT (siehe unten) wird ausführlich darauf eingegangen.

Einen Überblick über die Entwicklung der AusbildungsAkademie im Jahr 2013 und einen Ausblick auf 2014 gab Geschäftsführer Günter Ruggaber. Die Teilnehmerzahl Ende 2013 (im Zahlungszeitraum) beläuft sich auf 1486. 2200 TeilnehmerInnen stehen derzeit vor der Prüfung, was ca. 20 % aller PiAs in Deutschland entspricht. Es gibt mittlerweile 19 Standorte der AusbildungsAkademie, wobei der neue Standort Stuttgart  mitgezählt ist, der sich noch in der Überleitungsphase befindet.

Die uneinheitlichen Zugangsvoraussetzungen zur Psychotherapieausbildung in Folge der Bologna-Reform beschäftigen die DGVT seit langem. Dieses Problem und auch die Frage der Vergütung der Praktischen Tätigkeit in psychiatrisch-klinischen Einrichtungen sollen im Zuge der anstehenden Ausbildungsreform angegangen werden.

Die Ausbildungsreform ist eines der drängendsten Probleme. Akademie, DGVT und DGVT-BV haben sich bei einer Tagung am 3. Oktober 2013 intensiv damit beschäftigt und ein Positionspapier erarbeitet. Dabei wurden elf Eckpunkte für die Reform formuliert. Dieses Papier sowie viele weitere Texte zum Thema Ausbildungsreform können auf der Homepage nachgelesen werden. Beim DGVT-Kongress im März 2014 in Berlin wird man sich erneut zusammensetzen, um das Papier weiterzuentwickeln, falls sich bis dahin neue Aspekte ergeben haben sollten.

Multiprofessionalität ist ein Thema, das DGVT und DGVT-BV gleichermaßen beschäftigt. Heiner Vogel stellte dazu ein zusammenfassendes Papier vor, das diskutiert wurde. Die Frage, was die einzelnen Berufsgruppen im psychosozialen und psychotherapeutischen Feld zu einer umfassenden bzw. bedarfsgerechten Versorgung beitragen können, sollte im Mittelpunkt stehen. Überlegt wurde, ein Modellprojekt Multiprofessionalität ins Leben zu rufen.

Die DGVT stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen: Über Inklusion und die UN-Behindertenrechtskonvention berichtete Bernhard Scholten, Leiter der Abteilung Soziales und Demographie im rheinland-pfälzischen Sozialministerium. Nach einer theoretischen Herleitung stellte er den Zusammenhang zum Kerngeschäft der DGVT, der psychotherapeutischen Versorgung, her. Im Alltag könne es um ganz konkrete Fragen gehen, wie z. B.: Gibt es einen barrierefreien Zugang zur Praxis? Gibt es Informationen in leichter Sprache? usw.

Das Thema stieß bei den TeilnehmerInnen des Intergremientreffens auf großes Interesse. Auf dem Kongress soll ein erstes Treffen einer Arbeitsgruppe Inklusion stattfinden; Fernziel ist es, eine Fachgruppe Inklusion zu gründen. Eine Mailingliste, auf der sich Interessierte austauschen können, wurde von der Bundesgeschäftsstelle zwischenzeitlich bereits eingerichtet.

Wie kann ein Verein mit vielen Ehrenamtlichen professionell agieren? Diese Frage wurde abschließend noch angeschnitten. U.a. ging es darum zu überlegen, wie man Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit gewinnen und halten kann und andererseits um die Frage, inwieweit die Ehrenamtlichen durch die Vielzahl der Aufgaben möglicherweise überfordert sind. Das Stichwort Wertschätzung wurde in der Diskussion mehrfach genannt, und einig war man sich, dass die Wertschätzungskultur innerhalb von DGVT und DGVT-BV noch verbessert werden könnte.

Angela Baer