Notfallpsychologie
Innerhalb der Allianz psychotherapeuticher Berufs- und Fachverbände wurde die Diskussion im Rahmen einer Arbeitsgruppe Notfallpsychologie aufgegriffen, initiiert von der DPPG (Dt. Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie) und dem Leiter der PECON GmbH Bielefel, Werner W. Wilk. Die DGVT wird in dieser Arbeitsgruppe von Bernhard Schäfer, Landessprecher in Schleswig-Holstein, vertreten.
Zeitgleich wird das Thema auch durch die Kammergesetze aktuell, da manche Landes-Heilberufegesetze den Kammern auch die Verpflichtung geben, einen Notfalldienst zu organisieren.
Für die beiden Bereiche "Psychologische/psychotherapeutische Hilfen nach Katastrophen" und "psychologische Kriseninterventionen" besteht offenbar Handlungsbedarf. Dabei ist ein abgestuftes Konzept für Nofallinterventionen (Bereitschaftsdienst) zu entwickeln, vor allem außerhalb der Sprechzeiten von niedergelassenen Psychotherapeuten und Beratungsstellen. Es gibt vorläufig keinen Konsens in der Frage der notwendigen beruflichen Voraussetzungen der HelferInnen. Dabei ist es selbstverständlich, dass die Psychologischen Psychotherapeuten und die Kinder-/Jugendlichenpsychotherapeuten (und damit ihre Kammern) Kompetenz und - neben anderen - Zuständigkeit für diesen Bereich beanspruchen sollten. Unklar ist noch, in welcher institutionellen Form solche Dienste angeboten bzw. organisiert werden sollen.
Die Diskussion beim Intergremientreffen erbrachte folgendes Ergebnis: Es wird derzeit kein Bedarf gesehen für eine eigene Fachbezeichnung "Notfallpsychologie" und ein umfassendes diesbezügliches Weiterbildungscurriculum. "Psychologische erste Hilfe" kann - je nach Situation - auch von geschulten Laien geleistet werden. Die Frage, ob eine echte psychologische Notfallhilfe/Krisenhilfe nur von approbierten DiplompsychologInnen oder auch von anderen PsychologInnen oder von anderen angemessen qualifizierten Berufsgruppen geleistet werden kann, konnte wegen der Breite des Themas und der Komplexität der denkbaren Fallkonstellationen nicht abschließend ausdiskutiert werden.
Einigkeit bestand darüber, dass die DGVT sich nicht vorrangig um diese berufspolitische Debatte kümmern sollte, sondern um den versorgungspolitischen Aspekt der Diskussion: Gibt es beispielsweise in allen Versorgungsregionen angemessene Angebote für Menschen in psychischen Krisen rund um die Uhr (psychologischer Notfalldienst). Hier setzt sich die DGVT entsprechend ihrer Satzung und ihrem gesundheitspolitischen Selbstverständnis ein für einen psychologischen Notfalldienst, rund um die Uhr
multiprofessionell besetzt - angemessen finanziert.