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VPP 4/2013

PiA-Politik-Treffen am 23. September 2013 in Berlin

14. November 2013
 

Am 23.9.13 trafen sich Psychotherapeuten in Ausbildung, Studierende und berufspolitisch Engagierte aus ganz Deutschland zum 4. verbände- und fachrichtungsübergreifenden PiA-Politik-Treffen in Berlin. Das PiA-Politik-Treffen „hat zum Ziel, ein Forum zu schaffen, auf dem Personen, die sich für die Verbesserung der Ausbildungsqualität und der Ausbildungsbedingungen von  Psychotherapeuten/-innen einsetzen wollen, ihre Ziele abstimmen, Aktionsideen entwickeln, und deren Umsetzung organisieren können“ (Leitlinie des PPT, piapolitik.de/treffen/). Auf Initiative des PiA-Politik-Treffens hin hatten zuvor bereits PiA in 13 deutschen Städten mit einem Freeze-Flashmob auf den Stillstand der Reform der Psychotherapie-Ausbildung aufmerksam gemacht. Und so widmete sich auch das vierte PiA-Politik-Treffen dem Thema, was PiA konstruktiv zum Reformprozess beitragen können. In der Podiumsdiskussion mit Ralf Suhr, dem Ministerialrat des Bundesministeriums für Gesundheit, und Dr. Klein-Heßling, dem Vertreter der Bundespsychotherapeutenkammer, betonten zunächst beide, dass die Diskussion um die verschiedenen Reformmodelle noch offen sei. Herr Suhr wies zudem darauf hin, dass bei der Ausarbeitung eines Gesetzesentwurfs auch die  Expertise der PiA selbst von Bedeutung sei und ermutigte die PsychotherapeutInnen in Ausbildung, sich in diesen Prozess aktiv einzubringen. Bezüglich der Vergütung der Praktischen Tätigkeit während der Psychotherapie-Ausbildung wies Dr. Klein-Heßling auf die Problematik hin, dass es pro Jahr ca. 2000 PiA gebe, so dass es schwierig sein könnte, diese alle entsprechend ihrer Qualifikation (z.B. nach der Reform als „Weiterbildungsassistenten“) zu vergüten. Gleichzeitig riet er, selbstbewusst mit „Maximalforderungen“ in die Verhandlungen zu gehen. Auch Herr Suhr betonte, dass zuerst ein Gesetzesentwurf komme und danach Finanzierungsfragen zu klären seien. Das Ministerium habe diese Fragen natürlich bei der Erarbeitung eines Entwurfs mitzudenken; geklärt werden könnten sie, in Abstimmung mit den Ländern und den beteiligten Ministerien, jedoch ohnehin erst nach Vorlage eines Entwurfs. Insgesamt machte die Diskussion Mut, sich weiterhin für eine „PiA-freundliche“ Reform der Psychotherapie-Ausbildung einzusetzen und damit auch Gehör zu finden.

Ein weiteres Thema des PiA-Politik-Treffens waren die in erster Instanz erfolgreichen Klagen ehemaliger PiA gegenüber Kliniken, in denen sie ihre Praktische Tätigkeit absolviert hatten. In diesen Urteilen war den jeweiligen PiA nachträglich eine Vergütung ihrer Tätigkeit zugesprochen worden. Peter Freytag, PiA-Vertreter aus NRW, wies darauf hin, dass dadurch zwar kein Präzendenzfall geschaffen worden sei, jedoch trotzdem gute Chancen bestünden eine nachträgliche Vergütung bewirken zu können. Entscheidend sei eine juristische Beratung, z.B. über eine Gewerkschaft, und gute Vorbereitung eines solchen Vorhabens. Hilfreich seien z.B. Belege selbstständiger Tätigkeit innerhalb des Klinikablaufs.

Zuletzt widmete sich das PiA-Politik-Treffen der Erarbeitung einer Resolution zu Qualitätskriterien und Transparenz bezüglich der Psychotherapie-Ausbildung an den Ausbildungsinstituten, welche anschließend von den TeilnehmerInnen verabschiedet wurde.

Das vierte PiA-Politik-Treffen hat damit den Spagat zwischen Information und Aktion erneut geschafft und etabliert sich weiter als „PiA-politisch“ bedeutsames Forum zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen für angehende PsychotherapeutInnen.

Hannah Bäßler, Berlin
PiA-Sprecherin der DGVT