Prävention im Herzkreislauf-Bereich spart Milliarden Euro im Gesundheitswesen!
Im bundesdeutschen Gesundheitswesen könnten Jahr für Jahr viele Milliarden Euro eingespart werden: durch Prävention und Vorbeugung. Der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen hat im Jahr 2000 sogar von einem langfristigen Sparpotential von rund 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten gesprochen. Doch Prävention und Vorbeugung sind noch immer Stiefkinder unserer Gesundheitsversorgung. Zum ersten Mal legt die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule (MHH; erstellt unter der Leitung von Prof. Ulla Walter) bundesweite Zahlen zur Volkskrankheit Nummer 1, den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die vergleichsweise höchsten Ausgaben und nehmen in Deutschland die ersten drei Plätze der zehn häufigsten Todesursachen. Das "Weißbuch Prävention!" der KKH bietet eine umfassende Bestandsaufnahme dieser Krankheitsgruppe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Finanzierung und die Zukunft unseres Gesundheitswesens. Denn internationalen Studien zufolge sind rund 80 Prozent der koronaren Herzerkrankungen auf potentiell veränderbare Verhaltensweisen zurückzuführen.
Die KKH hat in ihrem "Weißbuch Prävention!" die anonymisierten Routinedaten ihrer Versicherten im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen bundesweit ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Krankheitsrisiken nach Alter, Geschlecht, Berufszugehörigkeit und Region ungleich verteilt sind. So sind beispielsweise arbeitslose Frauen und Männer am häufigsten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Sie verursachen die höchsten kassenseitigen Ausgaben. Die steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so gesehen nicht nur ein Problem für die Bundesagentur für Arbeit, sondern mit einem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko für den Einzelnen und mit weit überdurchschnittlichen Gesundheitskosten für die gesetzliche Krankenversicherung verbunden.
Die Analyse-Ergebnisse der KKH-Daten verdeutlichen die hohe Relevanz der Prävention gerade im Bereich der Herzerkrankungen. Zugleich zeigen sie die Notwendigkeit eines zielgruppenorientierten Vorgehens auf. Und die den Krankenkassen per Gesetz gestellte Aufgabe, für einen Ausgleich sozial bedingter ungleicher Gesundheitschancen zu sorgen, kann nur bei einem unterstützenden Engagement des Staates erfolgreich bewältigt.
Das Weißbuch Prävention - Jahresreport der KKH 2004: HERZgesund? kann kostenlos unter www.kkh.de/fileserver/kkh/BROCHURES/Broschuere116.pdf heruntergeladen werden.