Pressemitteilung vom 16. März 2023
Pressemitteilung vom 16. März 2023:
„Nicht, wenn ich rede, retraumatisiere ich, sondern wenn ich schweige!“ – Monika Bormann, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGVT, zum Thema „Häusliche Gewalt“ auf dem 32. DGVT-Kongress in Berlin
BERLIN – Vom 15. bis 19. März 2023 findet an der Freien Universität Berlin (und auch online) der 32. DGVT-Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung statt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt legt die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V. auf das Thema „Häusliche Gewalt“. Den Hauptvortrag „Kindeswohlgefährdung?!“ (hybrid) zum Thema hält am Samstag, 18. März, Monika Bormann, Psychologische Psychotherapeutin, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGVT.
Das Kongress-Programm umfasst mehrere Veranstaltungen zum Thema „Häusliche Gewalt“. Den Auftakt macht das Symposium „Häusliche Gewalt – der blinde Fleck in der Psychotherapie!“ von Dr. Ute Sonntag, Yasmin Uyar und Prof. Dr. Irmgard Vogt am Donnerstag, 15. März. Die Referentinnen möchten mit ihren Kongress-Beiträgen das Thema „Häusliche Gewalt“ in den Fokus der psychotherapeutischen Praxis rücken. Häusliche Gewalt ist ein tabuisierter Bestandteil im Leben von mehr Frauen als wir erwarten. Die Sprach- und Handlungsfähigkeit von Therapeut*innen gilt es zu stärken. Prof. Dr. Michael Borg-Laufs und Prof. Dr. Claudia Bundschuh knüpfen am Donnerstagnachmittag mit ihrem Symposium „Kindeswohlgefährdung durch häusliche Gewalt“ (hybrid) an das Thema an, denn Kinder sind von der Gewalt gegen die Mutter massiv mit betroffen.
Die DGVT-Fachgruppe Frauen* in der psychosozialen Versorgung legt einen Fokus ihres Engagements auf die Auseinandersetzung mit der Thematik „Häusliche Gewalt“ und bringt diesen damit in die inhaltliche und fachliche Ausrichtung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. ein. Für diesen Themenschwerpunkt gibt es auf der Website der DGVT-Fachgruppe Frauen* einen eigenen Bereich mit Videos, Interviews, Texten und Infomaterial.
„Nicht, wenn ich rede, retraumatisiere ich, sondern wenn ich schweige“, äußert sich Monika Bormann, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGVT und Mitglied in der DGVT-Fachgruppe Frauen* zum Thema. Diese Meinung und Haltung vertritt sie auch bei ihrem Hauptvortrag „Kindeswohlgefährdung?!“ (hybrid), der am Samstag, 18. März stattfinden wird. Weiter sagt sie: „Und dem Reden muss ein Handeln folgen“. Das Kindeswohl hat laut UN-Kinderrechtskonvention ein Vorrecht. Für Psychotherapeut*innen ergeben sich daraus häufig schwerwiegende Konflikte, wenn zum Beispiel die Eltern eigentlich die Patient*innen sind, dann aber das Wohl ihrer Kinder in Frage steht. Oder wenn Kinder über Häusliche Gewalt berichten, aber auf keinen Fall wollen, dass die Therapeut*innen etwas unternehmen. Die Kenntnisse, die Psychotherapeut*innen dafür brauchen, gehen weit über Psychotherapie hinaus.