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Aktuell  • Kammern  • Rosa Beilage 3/2007

Psychotherapeutische Kompetenz

01. Oktober 2007

3. Landespsychotherapeutentag Berlin am 1. September 2007

 

Mit einem breiten Angebot an Vorträgen und Workshops fand der 3. Berliner Psychotherapeutentag statt. Ausführliche Informationen zu den Vorträgen können Sie auf der Kammerseite einsehen.

Im Mittelpunkt der Vormittagsveranstaltung – nach Grußworten und Eröffnung stand ein sehr interessanter Vortrag von Prof. Michael Buchholz. Unter dem Titel „Entwicklungsdynamik psychotherapeutischer Kompetenz“ referierte er zahlreiche Befunde und Erfahrungen über die Entstehung von Fachkompetenz, die Möglichkeiten der Trainierbarkeit und die Notwendigkeit Kreativität und Vielfalt zu fördern. Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion unter Leitung von Wolfgang van den Bergh (Ärztezeitung), bei der Vertreter unterschiedlicher Therapie sich der Thematik näherten: Anne Springer für die Psychoanalyse, Jochen Weidhaas für die Verhaltenstherapie, Dr. Manfred Thielen für die Körperpsychotherapie und Prof. Anne Auckenthaler für die Gesprächspsychotherapie. Wie zu erwarten, stellten sie jeweils unterschiedliche Annahmen zur Entwicklung von Kompetenzen vor, die in Teilen auch unterschiedliche Ausbildungswege implizierten. Interessanter war es dann, als Teilnehmer des Plenums danach fragten, wie mit fehlenden Kompetenzen bei Therapeuten umzugehen ist bzw. wie gewährleistet wird, dass Therapeuten über notwendige persönliche und fachliche Fähigkeiten verfügen.

Am Nachmittag verteilten sich die ca. 300 Teilnehmer auf 7 bzw. 8 Workshops bzw. Parallelveranstaltungen (in zwei nacheinander folgenden Zeitblöcken), in denen das Hauptthema „Kompetenzen und Kompetenzentwicklung“ für unterschiedliche Tätigkeitsfelder durchdekliniert wurde, beispielsweise für die Jugendhilfe, die Versorgungsforschung, die Rehabilitation, die Prävention und die Psychosenbehandlung. Zeitgleich wurde auch ein Forum für PiA angeboten, in dem aktuelle Probleme der Ausbildung mit den Vertretern des Aus-, Fort- und Weiterbildungsausschusses beraten werden konnten.

In einem kleinen Interview, hat ein Mitglied vor Ort die Stimmung für uns aus ihrer ganz persönlichen Sicht reflektiert. „Interessant waren für mich einige Aspekte der Podiumsdiskussion, insbesondere die Rede von Katrin Stötzner, Patientenbeauftragte für Berlin und Patientenvertreterin im Gemeinsamen Bundesausschuss. Sie machte auf die Schwierigkeiten von PatientInnen aufmerksam, für die es derzeit fast unmöglich sei, in angemessener Wartezeit einen Therapieplatz zu bekommen. Vor allem PatientInnen mit komplexen oder chronischen psychischen Störungen hätten kaum Chancen auf einen Behandlungsplatz, da sie z.B. vielfach abgelehnt würden.

Die PatientInnen seien mit ihrem Anliegen weitgehend allein gelassen und es gebe einen Mangel an Stellen, bei denen PatientInnen eine vergleichende Beratung zu dem gegenwärtigen Psychotherapieangebot vorfänden. Frau Stötzner appellierte mit ihrem Vortrag einerseits an die niedergelassenen Psychotherapeuten, ihren Versorgungsauftrag ernst zu nehmen und andererseits an die übergeordneten Strukturen, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Es blieb die Frage im Raum stehen, warum nicht mehr approbierte PsychotherapeutInnen eine Zulassung in der Kassenärztlichen Versorgung finden könnten.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Berlin:
http://www.psychotherapeutenkammer-berlin.de/fr.htm