Skip to main content
 
Ältere Menschen  • VPP 1/2014

Rechenschaftsbericht der Fachgruppe Ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung für das Jahr 2013

03. Februar 2014
 

In der Fachgruppe „Ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung“ haben wir uns im Ausbildungszentrum Berlin im kleinen Kreis in den letzten Wochen primär mit zwei Dingen beschäftigt:

  1. mit der Frage nach der Verankerung des Themas „Altern“ bzw. „ältere Menschen“ in den Ausbildungscurricula und Fortbildungsveranstaltungen der DGVT
  2. mit der Frage, wie das Modellprojekt „Psychotherapie der Depression im Seniorenheim“ (Modellprojekt mit dem Ausbildungszentrum Berlin), nachhaltig verstetigen lässt.

In Bezug auf beide Fragestellungen sind wir sehr an Euren Rückmeldungen interessiert und würden diese gerne in unsere Aktionen mit einbeziehen.

zu 1.

Hintergrund war eine Erhebung (siehe VPP  01/2014, S. 960f; Kessler, E.-M. „Mehr ältere Menschen mit psychischen Störungen: Ausbildungsinstitute sollten sich auf wachsenden Bedarf einstellen“) zum Vorkommen des Themas „Altern“ in den Curricula aller 178 staatlich anerkannter Ausbildungsinstitute in Deutschland. Hier zeigte sich (Rücklauf: 58%), dass nur 55% der Ausbildungsinstitute das Thema Altern im Curriculum integriert haben, und dies durchschnittlich nur 11 Unterrichtseinheiten. Die Situation in den DGVT-Instituten wurde dabei nicht erfasst. Wir möchten gerne – falls dies auf Zustimmung stößt - die DGVT-Institute speziell ansprechen und sie nach der Situation vor Ort befragen: In wie vielen Instituten unterrichtet wer welche Inhalte in welchem Umfang? Mit der Durchführung einer solchen Umfrage verbinden wir das Ziel, die Ausbildungsinstitute für die Thematik zu sensibilisieren und außerdem die Expertise innerhalb der DGVT zu der Thematik zu bündeln und so z.B. einen Austausch unter den Dozent/inn/en (sofern vorhanden) erreichen.

Darüber hinaus planen wir – ähnlich, wie dies von der Fachgruppe Frauen mit Bezug auf gender-bezogene Themen getan wurde - ein Schreiben an die Ausbildungsinstitute und deren Dozent/inn/en, in welchem wir auf das Thema „ältere Menschen“ hinweisen und dafür werben, dass die Dozent/inn/en in den störungsspezifischen sowie – übergreifenden Ausbildungsseminaren das Thema „Altern“ berücksichtigen sollen. So sollte es aus unserer Sicht etwa bei einem Seminar zum Thema „affektive Störungen“ auch um Spezifika in der Depressionsdiagnostik mit älteren Menschen sowie spezielle alternspsychotherapeutische Behandlungsansätze (z.B. Lebensrückblicktherapie) gehen. (Wenn es Kapazitäten gäbe, könnte z.B. von Praktikant/inn/en in den DGVT-Ambulanzen entsprechende Literatur recherchiert werden und nach Rücksprache mit den Mitgliedern der Fachgruppe an die Dozent/inn/en in den Instituten weitergeleitet werden).

Außerdem möchten wir dafür werben, einen eigenen Ausbildungsbaustein „Psychotherapie mit älteren Menschen“ (1 Seminarwochenende) in die Ausbildungscurricula aufzunehmen. Wir diskutieren derzeit aufbauend auf unseren Erfahrungen als Dozent/inn/en in diesem Bereich über die Ausgestaltung eines solchen Ausbildungsbausteins. In jedem Fall sollte ein solcher Baustein aus unserer Sicht auf die Themen „Altersbilder in unseren Köpfen und ihre Konsequenzen für die therapeutische Arbeit mit älteren Menschen“ sowie um das Thema „Institutionen, in denen ältere Menschen leben und behandelt werden“ gehen.

Über Ausbildungsfragen hinaus haben wir auch diskutiert, ob es sinnvoll wäre, als Fachgruppe eine Fortbildung zum Thema Altern im Rahmen der DGVT Fort- und Weiterbildung anzustoßen.

zu 2.

Wir bemühen uns gerade darum, das auslaufende Modellprojekt „Psychotherapie der Depression im Seniorenheim“ zu vestetigen. (Das Projekt ist eine Initiative des Netzwerks Alternsforschung  der Universität Heidelberg und wird als Kooperationsprojekt mit dem Ausbildungszentrum der DGVT Berlin und der Caritas Altenhilfe GGmbH Berlin/ Brandenburg durchgeführt; gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung). Wir  haben im Rahmen unseres des psychotherapeutischen Liaisondienst nun einige wertvolle Erfahrungen mit der Behandlung von 23 sehr alten Menschen in Pflegeheimen gesammelt, sowohl auf der Ebene des institutionellen Zugangs (die Heime waren durchweg sehr an dem Liaisondienst interessiert; 50% der Bewohner/inn/en mit von uns diagnostizierter Depression nahmen das psychotherapeutische Angebot an) als auch auf der Ebene der Bewilligung durch die Krankenkassen (alle Anträge wurden positiv beschieden) und schließlich der inhaltlichen Ebene (die Bündelung und Analyse der therapeutischen Erfahrungen, die wir in gemeinsamen Gruppensupervisionen besprochen haben, läuft gerade).

Da Ausbildungskandidat/inn/en keine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen leisten können, möchten wir nun im Zuge des Auslaufens des Projektes niedergelassene Kolleg/inn/en sowie Kolleg/inn/en, die mit Kostenerstattung arbeiten, für die psychotherapeutische Behandlung älterer Bewohner/inn/en gewinnen. Es soll demnächst ein Schreiben an die DGVT-Kolleg/inn/en – zunächst in Berlin - verschickt werden und auf die psychotherapeutische Unterversorgung (bzw. Nicht-Versorgung!) in den Pflegeheimen hingewiesen werden. Wir hoffen, dass wir so Kolleg/inn/en für die Behandlung der älteren Pflegeheimbewohner/inn/en gewinnen können. Falls es wenig Interesse daran gibt, möchten wir den Radius der Ansprache erweitern (an alle approbierten Kolleg/inn/en in Berlin; über die Psychotherapeutenkammer-Berlin, in deren Reihen sich auch ein Vorstandsmitglied befindet, welches mit dem Thema Altern betraut ist.)

Wir möchten Euch gerne auch noch einmal zur Mitarbeit an unserer Fachgruppe einladen. Wir sind noch zu wenige! Wir freuen uns, wenn Ihr Interesse an dem Thema habt und Euch mit uns in Verbindung setzt.

Eva-Marie Kessler

Kontaktdaten:
Dr. Eva-Marie Kessler
Zionskirchstrasse 19
10119 Berlin
kessler@nar.uni-heidelberg.de