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VPP 1/2014

Rechenschaftsbericht des Vorstands Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie – Berufsverband Psychosoziale Berufe e. V. für das Jahr 2013

03. Februar 2014
 

Der DGVT-Berufsverband Psychosoziale Berufe, erst 2012 gegründet, hat sich recht solide entwickelt. Zum Januar 2014 hatte der DGVT-BV 2.102 Mitglieder. Im Jahr 2013 gab es 507 Eintritte von Neumitgliedern und 233 Eintritte von Altmitgliedern. Durch Mitgliedseinnahmen (Stand Dezember 2013) in Höhe von 88.200 Euro ist der noch junge Verein in der Lage, einen schmalen Geschäftsstellenbetrieb in Tübingen, die Mitgliederberatung und erste Projekte zu finanzieren.

Mitgliederservice und Mitgliederberatung – DGVT-BV-Bundesgeschäftsstelle

Die Mitgliederberatung, die überwiegend von Kerstin Burgdorf (Leitung des DGVT-Berufsverbands) durchgeführt wird, ist stark nachgefragt. Das Mitgliederberatungsangebot wird ergänzt von Susanne Locher-Weiß, Rechtsanwältin. Neu hinzugekommen im Berichtszeitraum sind Sprechstundenangebote von Mechthild Greive, die als Psychologische Psychotherapeutin und Juristin einen ganz spezifischen Bedarf unserer Mitglieder abdecken kann.

Das Thema „Niederlassungsmöglichkeiten“ war eines der am häufigsten gefragten Themen in der Mitgliederberatung des DGVT-BV. Fragen zum Praxisnachbesetzungsverfahren bzw. Praxiskauf, zu den Zulassungsmöglichkeiten durch die neue Bedarfsplanung (neue Vertragspsychotherapeutensitze, die seit Juni 2013 sukzessive ausgeschrieben wurden in einzelnen KV-Bezirken) sowie zu den Möglichkeiten einer Sonderbedarfszulassung standen hier im Vordergrund.

Einen weiteren Schwerpunkt bei den Anfragen unserer Mitglieder stellte, wie im vergangenen Jahr, die Psychotherapie in der Kostenerstattung dar. Mitglieder erhalten neben Informationen über die Vorgehensweise bei der Antragstellung sowie über die Umgehensweise bei abgelehnten Anträgen Formulare für die Antragstellung. Dieses Beratungsangebot für Mitglieder ist unserem Verband vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz auch vom versorgungspolitischen Aspekt her ein wichtiges Anliegen.

Weiterhin häufig problematisiert wird von unseren Mitgliedern die Höhe der Praxisverkaufspreise, die zumeist eine hohe finanzielle Hürde für den Einstieg in die berufliche Tätigkeit im ambulanten Bereich darstellen. Hier sind die Preise weiterhin im Steigen begriffen. Die Delegierten des DGVT-Berufsverbands haben sich beim Deutschen Psychotherapeutentag dafür eingesetzt, dass die Interessen der Käufer-Generation bei der Entwicklung eines Praxiswertermittlungsverfahrens für psychotherapeutische Praxen mit einbezogen werden müssen.

Weitere Themen der Mitglieder waren die sozial- und berufsrechtlichen Voraussetzungen für PsychotherapeutInnen, die zulassungsrechtlichen Veränderungen durch das GKV-Versorgungsstrukturgesetz sowie Honorarfragen.

Fragen zu Praxisgründung, Praxisorganisation sowie zum Steuerrecht stellen einen weiteren Bedarf der Mitglieder dar, der im Steigen begriffen ist. Für frisch approbierte KollegInnen wurde in unregelmäßigen Abständen die Veranstaltung „Approbation – was nun“ angeboten.

EBM-Schulungen wurden regelmäßig im Rahmen von Telefonkonferenzen angeboten. Mitgliedern steht zudem ein schriftlicher Ratgeber zu den wichtigsten Abrechnungsfragen zur Verfügung.

Im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie waren insbesondere Fragen zur Schweigepflicht und zu Auskunftspflichten in den verschiedenen sorgerechtlichen Konstellationen sowie Fragen rund um das Bundeskinderschutzgesetz relevant.

Arbeitsrechtliche Themen und Fragen zur Eingruppierung sowie zur Kombination von angestellter und niedergelassener Tätigkeit stellten einen weiteren Themenbereich dar, der stark nachgefragt wurde von unseren Mitgliedern.

Neu ist eine Themenreihe zu berufsrechtlichen Fragen unserer Mitglieder, für die Mechthild Greive verantwortlich zeichnet. Es wurde ein erstes Seminar zum Thema „Suizidalität“ angeboten, das gut besucht war.

Auch das Angebot „Wirtschaftliche Praxisführung“ durch Rinner & Partner wird stark nachgefragt.

Kommissionen, Fachgruppen, Delegierte

Die politische Arbeit wird im Verband außer vom Vorstand auch von der sehr aktiven Fachgruppe Niedergelassene (Sprecher der Fachgruppe ist Dr. Jürgen Friedrich, Rostock), der Fachgruppe Angestellte, den Landesgruppen, den Kommissionen und Kammer-Delegierten (auf Landeskammerebene sowie beim Deutschen Psychotherapeutentag) wahrgenommen, die diese in jeweils eigenen Rechenschaftsberichten darstellen.

Ein Schwerpunktthema des Vorstands des DGVT-BV war im vergangenen Jahr neben dem Thema Multiprofessionalität als Vereinsziel auch die Frage, wie der DGVT-BV als Verein mit vielen Ehrenamtlichen professionell handeln kann. Dieses Thema stellt sich insbesondere deshalb, da viele Aufgaben des DGVT-Berufsverbands nur über ehrenamtliches Engagement zu leisten sind, da die notwendigen finanziellen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen.

Die LandessprecherInnen organisierten mit Unterstützung der Geschäftsstelle in fast allen Bundesländern regelmäßig regionale Mitgliederver­samm­lungen, teilweise mit einem integrierten Fortbildungsangebot. Der zunehmende Bedarf an Informationsangeboten für Neu-Approbierte und insbesondere für junge KollegInnen, die sich nach der Ausbildung in eigener Praxis (Privat- / Kostenerstattungs-Praxis) niederlassen möchten, stellt hier einen Schwerpunkt der Arbeit des noch jungen Vereins dar.

Mailinglisten / Homepage

Die steigende Mitgliederzahl schlägt sich auch in der Zunahme der TeilnehmerInnen in den Mailinglisten nieder. Die höchste Steigerung gab es hier bei der Mailingliste der Niedergelassenen. Die Mailinglisten dienen dem Austausch der Mitglieder untereinander (Vernetzung) sowie der Informierung über aktuelle berufspolitische Entwicklungen. Folgende Mailinglisten bestehen derzeit beim DGVT-Berufsverband:

angestellte@dgvt-bv.de
kostenerstattung@dgvt-bv.de
niedergelassene@dgvt-bv.de

Zudem bestehen regionale Kostenerstattungs-Mailinglisten für Berlin, Hamburg, NRW und Sachsen. Im Aufbau begriffen sind zudem regionale Vernetzungsangebote für den Einstieg in die Kostenerstattungs-Praxis. Hier konnten einzelne sog. Tandems initiiert werden, wobei erfahrene KollegInnen jüngeren Praxiseinsteigern Unterstützung anbieten.

Kooperationen

GK II - Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände

Im Gesprächskreis II sind 33 Berufs- und Fachverbände der Psychologischen Psycho­the­ra­peu­tInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen sowie der gemischten Verbände (Psychologische PsychotherapeutInnen und Ärztliche PsychotherapeutInnen) vertreten (Stand 2013). Sie haben sich im Jahr 2013 im März in München und im November in Fulda getroffen.

Der GK II hat sich 2013 u.a. mit der Problematik der nichtangemessenen Vergütung der PsychotherapeutInnen und der Nicht-Umsetzung der BSG-Rechtsprechung befasst und sich mit der Forderung einer politischen Lösung an das BMG gewandt.

Starter-Workshop

Anfang Januar 2014 hat erstmalig ein gemeinsamer Workshop für Jung-Approbierte in Kooperation mit dem bvvp Westfalen-Lippe in Münster stattgefunden. Dabei wurden sowohl Niederlassungsmöglichkeiten als auch Perspektiven im Angestellten-Bereich aufgezeigt.

Stellungnahmen

Der DGVT-Berufsverband hat im Jahr 2013 folgende Stellungnahmen veröffentlicht:

  • Stellungnahme zur Psychotherapie in der Kostenerstattung, insbesondere zur Umgehensweise der KV Rheinland-Pfalz mit Versorgungsdefiziten in der ambulanten Psychotherapie
  • Zum Praxis(ver)kauf und zur Praxiswertermittlung: Interessenausgleich zwischen Käufern und Verkäufern durch die Differenzwertmethode
  • Zu den Auswirkungen der neuen Bedarfsplanung auf die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen
  • Einigung im Honorarstreit: Patienten und ihre Bedürfnisse müssen wieder in den Vordergrund rücken
  • Reform des Gutachterverfahrens: Leistungskürzungen und Kontrollen - GKV-Spitzenverband will nicht die Versorgung verbessern, sondern sparen
  • Kommentar zu den Vorschlägen zur Gesundheitsreform des GKV-Spitzenverbands vom 16.8.2013
  • Psychotherapeutenausbildung reformieren und hohe Ausbildungsqualität sichern! - Gemeinsame Eckpunkte von DGVT, DGVT-BV und DGVT-Ausbildungsakademie zur Psychotherapeutenausbildung.
  • Neue Struktur des KV-Systems darf nicht zu Lasten der Psychotherapeuten gehen - DGVT-BV schließt sich Forderung nach gesetzlichem Schutz der Belange der Psychotherapeuten an!
  • Rational statt rationiert – Kritik an den Strukturvorschlägen des GKV-Spitzenverbands (gemeinsame Stellungnahme mit der DGVT)

Der geschäftsführende Vorstand:

Rudi Merod, Wolfgang Schreck, Heiner Vogel