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Aktuell  • Ergänzungs-Rosa Beilage 1/2008

Tagung zur Ausbildung der Bundespsychotherapeutenkammer am 9. April 2008 in Berlin

08. Mai 2008

Die Auftaktveranstaltung Bundespsychotherapeutenkammer zur Psychotherapieausbildung in Berlin war mit ca. 130 PsychotherapeutInnen aus den Länderkammern und den Verbänden sehr gut besucht.

 

Nach der Begrüßung durch Prof. Rainer Richter, den Bundeskammerpräsidenten, hat Ministerialdirektorin Karin Knufmann-Happe aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in ihrem Grußwort auf die wichtige Funktion von PP und KJP im Gesundheitswesen aufgrund der steigenden Prävalenz psychischer Erkrankungen hingewiesen. Ihrer Meinung nach habe sich die derzeitige Psychotherapieausbildung im Grundsatz bewährt. Die Bologna-Reform und zahlreiche Rückmeldungen vor allen Dingen von AusbildungsteilnehmerInnen zum Psychiatrie-Jahr hätten das BMG inzwischen aber veranlasst, ein Gutachten zur Psychotherapieausbildung in Auftrag zu geben. Erst danach könne und wolle die Politik entscheiden, ob und welche Reformen notwendig seien.

Prof. Dirk Revenstorf von der Universität Tübingen ging in seinem Referat auf den Stand der Psychotherapieforschung ein. Entscheidend für den psychotherapeutischen Behandlungserfolg seien vor allen Dingen die Qualität der therapeutischen Beziehung und weniger das jeweilige angewandte Psychotherapieverfahren. Am Anfang der Therapieausbildung sei die Vermittlung von explizitem Wissen und ein verfahrensspezifisches therapeutisches Vorgehen sinnvoll, während mit zunehmender beruflicher Erfahrung und Reflexion das erworbene implizite Wissen immer wichtiger werde und dies durch eine weniger an den einzelnen Verfahren orientierte Behandlungstechnik ergänzt wird.

Prof. Harald Rau, der ebenfalls aus Baden Württemberg kam, ging in seinem Referat der Frage nach, ob PsychotherapeutInnen nicht ihre Kompetenz erweitern sollten, um Psychopharmaka verordnen zu können. Er berichtete dabei von Erfahrungen aus den USA. Vor allen Dingen die Kolleginnen und Kollegen, die in stationären Einrichtungen arbeiten, könnten dadurch ihre Stellungen verbessern.

Am Nachmittag ging es dann in den Referaten von Günter Ruggaber [5], Anne Springer und Dr. Wolfgang Gröger um die derzeitige Ausbildungslandschaft in Deutschland und um die Ausbildungsstrukturen. Gröger stellte sein dreigliedriges Modell einer Direktausbildung vor. Auf ein Bachelor-Studium (Psychologie oder Pädagogik) würde ein Master-Studium „Psychotherapie“ folgen, mit dem eine psychotherapeutische Grundausbildung und bereits die Qualifikation zur selbständigen psychotherapeutischen Arbeit vermittelt werden könnte. Dieses Master-Studium Psychotherapie sollte mit einer vorläufigen Approbation abgeschlossen werden. Daran würde sich eine verfahrensorientierte Weiterbildung anschließen, die zum Erwerb der Fachkunde und dann auch zur Niederlassungsberechtigung führen würde. Die verfahrensspezifische Weiterbildung könnte dann wie bisher von den Ausbildungsinstituten übernommen werden.

Waltraud Deubert


[5] pdf-download des Vortrags