TK-Campus-Kompass: Umfrage zur Gesundheit von Studierenden
(ja) Das Meinungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse im März 2015 1.000 Studierende zu verschiedenen Themen befragt. Unter anderem wurden Fragen zur Gesundheit gestellt. Die Ergebnisse der Befragung zeigten, dass die meisten Studierenden (84 %) ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut beurteilen. Nur wenige beurteilten ihre Gesundheit als befriedigend (13%) oder schlecht (3%). Allerdings war diese Beurteilung je nach Studienfach unterschiedlich. Vor allem Studierende der Medizin/Psychologie und der sog. MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) fühlten sich überdurchschnittlich gut (90%), während diese Einschätzung bei den angehenden IngenieurInnen (83%) und bei den zukünftigen GeisteswissenschaftlerInnen (73%) negativer ausfiel. Dazwischen lagen die Wirtschaftswissenschaften/Jura (85%) und die Gesellschaftswissenschaften (82%).
Zu den am häufigsten genannten gesundheitlichen Beschwerden zählten Kopfschmerzen, Erschöpfung durch Stress, Rückenschmerzen und Schlafprobleme. Mit steigendem Alter der Studierenden wurden auch häufiger Beschwerden genannt. Zusätzlich zeigte sich ein negativer Zusammenhang zwischen Beschwerden und dem Bewegungsverhalten der Studierenden. Außerdem zeigte sich ein deutlicher Geschlechterunterschied. Von fast allen Beschwerden waren die Frauen häufiger betroffen als die Männer. Besonders deutlich war der Unterschied bei den Kopfschmerzen (Frauen: 60%, Männer: 34%) und bei der Erschöpfung aufgrund von Stress (Frauen: 54%, Männer: 35%).
In Bezug auf die Belastung durch Stress zeigten die Ergebnisse, dass 27% der Befragten schon mindestens einmal Druck erlebt haben, den sie mit ihren üblichen Entspannungsverfahren nicht mehr bewältigen konnten. 12% gaben an, dass sie zur besseren Stressbewältigung schon einmal professionelle Hilfe in Anspruch genommen haben. Diese professionelle Hilfe kam vor allem durch Psychologen bzw. Psychotherapeuten (61%), aber auch vom Hausarzt (33%), durch Beratung an der Hochschule (31%) oder stationär in einer Klinik oder in einem Krankenhaus (6%, Sonstiges: 5%). Als Hauptgründe für Stress wurden hauptsächlich Prüfungen (Frauen: 58%, Männer: 46%), schwerer/umfangreicher Lernstoff (Frauen: 30%, Männer: 26%), die Mehrfachbelastung durch Studium und Nebenjob (Frauen: 34%. Männer: 19%) sowie die Angst vor schlechten Noten (Frauen: 33%, Männer: 19%) genannt.
Inwieweit die Unterschiede bei der Gesundheitsbewertung von Frauen und Männern nun auf tatsächliche gesundheitliche Unterschiede oder auf unterschiedliche Antworttendenzen zurückzuführen sind, bleibt bei dieser Befragung jedoch offen. Beim BKK Gesundheitsatlas 2015 wurden die Daten von rund 4,3 Millionen beschäftigten Versicherten in Bezug auf Erkrankungen und Fehlzeiten analysiert. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen interessanterweise auch einen deutlichen Geschlechterunterschied- Frauen sind häufiger krankgeschrieben als Männer und auch häufiger aufgrund von psychischen Störungen (v.a. Depression und Burnout).
Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/724592/Datei/143832/TK-CampusKompass.pdf
http://www.bkk-dachverband.de/publikationen/bkk-gesundheitsatlas/
Quelle: Rosa Beilage zur VPP 3/2015