Wahl der Mitglieder des Beratenden Fachausschusses der KV Baden-Württemberg
Die Mitglieder des Beratenden Fachausschusses (BFA) Psychotherapie der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV BW) wurden am Mittwoch, 16. Februar, im Rahmen der Vertreterversammlung gewählt. Für die DGVT ist Dr. Wolfgang Bürger (Karlsruhe) gewählt worden. Der Beratende Fachausschuss Psychotherapie ist das von der Satzung der KV vorgeschriebene Gremium, das die Vertreterversammlung sowie KV-Verwaltung und -Vorstand hinsichtlich aller Fragen, die Psychotherapie betreffend, beraten soll.
Im Vorfeld der Wahlen hatte es erhebliche Konflikte zwischen den in der KV-Vertreterversammlung repräsentierten Psychotherapeutenverbänden gegeben, die sich nicht auf ein gemeinsames Tableau von Kandidaten für den BFA einigen konnten. Nachdem es in den Legislaturperioden zuvor guter Brauch gewesen war, bei der Besetzung des Fachausschusses die Vertreter der jeweiligen Fachverbände proportional zu ihren Ergebnissen bei den KV-Wahlen zu berücksichtigen, war im Vorfeld dieser Wahl deutlich geworden, dass die Medi-Mehrheit der Vertreterversammlung ihre rechtliche und satzungsmäßige Möglichkeit nutzen würde, um die Zusammensetzung des BFA Psychotherapie unabhängig vom Wahlergebnis zu bestimmen.
Da diese Vertreterversammlung nur zu geringen Anteilen von psychotherapeutisch tätigen Fachkollegen besetzt ist, haben diesmal faktisch fachfremde Mitglieder der Vertreterversammlung über die Zusammensetzung des BFA Psychotherapie bestimmt. Das Psychotherapeutenbündnis (bvvp BW, DGPT,VAKJP, DGVT), in dem die DGVT mit zu den KV-Wahlen angetreten war, und das mit über 65% eine deutliche Mehrheit der Stimmen der Psychotherapeuten auf sich vereinigen konnte, hat angesichts dieses Vorgehens seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit in einem BFA mit diesen Mehrheitsverhältnissen verweigert. Die DGVT hat hier innerhalb des Bündnisses eine andere Position vertreten.
Gerade angesichts der Medi-Dominanz in der KV BW mit möglicherweise bedeutsamen Auswirkungen für die psychotherapeutische Versorgung, z.B. im Sinne eines Ausbaus von Selektivverträgen (Direktverträge zwischen Krankenkassen und Leistungsanbieter außerhalb der Regelversorgung) hält es die DGVT für besonders wichtig, im Beratenden Fachausschuss für Psychotherapie vertreten zu sein und über die diesbezüglichen Entwicklungen in ihrer Bedeutung für die Psychotherapeuten direkt informiert zu sein. Sie hat mit Dr. Wolfgang Bürger einen Spezialisten für solche Vertragsformen im BFA platzieren können.
Die DGVT bedauert es sehr, dass es den Psychotherapeutenverbänden gerade vor dem Hintergrund der bedeutsamen Veränderungen in der KV BW nicht gelungen ist, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Angesichts der Herausforderungen, denen sich auch die Psychotherapeuten im Spannungsverhältnis zwischen einem wachsenden Bedarf an ihren Versorgungsangeboten und einem Ringen um eine entsprechende Repräsentanz in der KV und eine angemessene Honorierung ihrer Leistungen befinden, wäre ein geschlossenes Auftreten zur Vertretung der gemeinsamen Interessen der Psychotherapeuten zu wünschen.
Wolfgang Bürger, Waltraud Deubert und Heiner Vogel