Wie gut ist Sanvartis als Anbieter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschlands?
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) gibt es seit dem Jahr 2006. Sie wird von den Krankenkassen finanziert und soll PatientInnen unabhängig, kostenfrei und neutral zu allen Themen im Gesundheitsbereich beraten. Bis Ende 2015 wurde sie von einem Verbund aus Sozialverband VdK Deutschland, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund unabhängige Patientenberatung getragen. Seit Januar 2016 wird sie nun von dem privaten Callcenter Sanvartis betrieben.
Die DGVT stand dieser Übernahme kritisch gegenüber. Unter anderem, weil Sanvartis für verschiedene Krankenkassen als Dienstleister tätig ist (z. B. AOK und BARMER), was nach Ansicht der DGVT einer unabhängigen Position im Wege steht.
Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik: „Die ersten Monate haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, unserem Anspruch auf mehr Bürgernähe, besserer Erreichbarkeit und mehr Fachkompetenz der Berater gerecht zu werden“. Nach Krumwiede fanden zwischen Januar und April 24.500 Beratungen zu verschiedenen rechtlichen und medizinischen Themen statt. Zudem sei die Anzahl der nötigen Anrufe, um einen Berater zu sprechen von 2,8 - auf 1,4-Mal gesunken. Die Anzahl der Beratungsstellen wurde von 21 auf 30 erhöht und es gibt nun UPD-Mobile, die zur Beratung von PatientInnen quartalsweise 100 Städte und Gemeinden anfahren. Zudem gibt es nicht mehr nur eine telefonische Beratung, sondern auch eine Online-Beratung und eine neue App. Die deutliche Erhöhung der Fördergelder ist also in den Angeboten der UPD spürbar. Über die tatsächliche Unabhängigkeit der neuen UPD kann jedoch weiterhin nur spekuliert werden.