Vereine und Verbände
Zwei langjährige Mitstreiterinnen im Gesprächskreis II der Psychotherapeutenverbände verabschieden sich
12. Mai 2014
- Anni Michelmann war bereits beim ersten Verbändetreffen (sog. „Spiegelkommission“) direkt nach dem Scheitern des ersten Referentenentwurfs zum Psychotherapeutengesetz (PsychThG) 1978 dabei und hat auch im nachfolgenden Gesprächskreis der Arbeitsgemeinschaft der Psychotherapieverbände (AGPT) die seit 1977 in der "Arbeitsgemeinschaft psychotherapeutischer Fachverbände" (AGPF) zusammengeschlossenen Fachverbände der Nicht-Richtlinienverfahren (Gestalttherapie, integrative Therapie, Kunsttherapie, Psychodrama, Gesprächstherapie, Familien- und Systemische Therapie) vertreten; sie war deren Präsidentin.
Wie heute wechselten sich die Verbände auch damals in der Sitzungsvorbereitung und – leitung ab. So kam es, dass Anni Michelmann für die AGPF 1997 gemeinsam mit Karin Flamm und Detlev Kommer (beide damals beim Deutschen Psychotherapeutenverband [DPTV] und beide leider in der Zwischenzeit verstorben) die große Demonstration in Bonn für das PsychThG organisiert und schließlich angeführt hat. Nach der Verabschiedung des PsychThG haben sich die Arbeitsgemeinschaft der Richtlinienverbände (AGR) und die Arbeitsgemeinschaft der Psychotherapieverbände (AGPT) darauf geeinigt, sich fortan gemeinsam für die Psychotherapie einzusetzen und sich zum Gesprächskreis II zusammengeschlossen. Die AGPF zerbrach, da viele VertreterInnen der Nicht-Richtlinienverfahren keine Approbation erhielten und eine Kassenzulassung damit in weite Ferne rückte. Anni Michelmann vertrat seit dem PsychThG deshalb ausschließlich die systemischen Fachverbände im GKII. Nicht zuletzt dem Einsatz von Anni Michelmann ist die Anerkennung der Systemischen Therapie zu verdanken, die im zweiten Anlauf im Jahr 2008 gelang. Michelmann hat auch noch mitgewirkt, dass die Bewertung von Systemischer Therapie für den Erwachsenenbereich als mögliche Leistung gesetzlicher Krankenkassen zurzeit vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) überprüft wird. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass nach der bereits erfolgen berufsrechtlichen Anerkennung von Systemischer Therapie nun auch die sozialrechtliche Anerkennung erfolgt. Es ist aber mit einem mehrjährigen Bewertungsprozess zu rechnen. - Karin Schoofs-Tams hat über viele Jahre die Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) vertreten, seit 1996 zunächst in der AGPT, dann im Gesprächskreis II. Bei der großen Demo in Bonn für das Psychotherapeutengesetz war sie ebenfalls mit dabei. Ihr Einsatz für die Neuropsychologie hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass sich der WB ab 2000 damit beschäftigt und der GBA inzwischen die Neuropsychotherapierichtlinie verabschiedet hat. Jetzt können spezifische Zulassungen für die Neuropsychotherapie ausgesprochen werden und dies erfolgt zunehmend häufiger. Karin Schoofs-Tams und mit ihr die gesamte Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) hat auch die Einführung der Weiterbildungsregelung für Neuropsychologie in den Psychotherapeutenkammern betrieben, die inzwischen auf sehr hohem Niveau in fast allen Kammern umgesetzt wird.