Skip to main content
Gesundheitspolitik

Versorgungsgerechtigkeit ... und andere Wahnvorstellungen

Artikel von Joseph Randesacker

Quelle: Dr. med. Mabuse 189 Januar/Februar 2011; Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und des Autors.

 

Gesundheitspolitik

Können wir mit der Geschichte lernen?[1] - Medizin und Gewissen

Am 4. September 2010 fand in Berlin zum dritten Mal die Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer der Erbgesundheitsgesetze des NS-Regimes statt. Veranstalter ist der Aktionskreis >T4-Opfer nicht vergessen<, dem auch die DGSP angehört. T4 steht für Tiergartenstraße 4. Während der NS-Zeit befand sich dort in einer Villa die Bürozentrale für die Leitung der Ermordung behinderter Menschen in ganz Deutschland. Nachfolgend die Rede von Michael Wunder anlässlich des Gedenktags. 

Arthur Schnitzler, …

Gesundheitspolitik

Bernhard Winter über berufsethische Perspektiven in der Globalisierung[1] - Handeln und Behandeln

von Bernhard Winter

Alle im Gesundheitswesen Tätigen, also alle Gesundheitsprofessionellen, müssen zuallererst den Patienten und seine Anliegen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen. Aber das Handeln darf sich nicht nur auf das Behandeln des Patienten beschränken, handeln heißt auch, sich in die sozialen Zusammenhänge von Krankheit einzumischen. Mit seinen vier Thesen zu den ethischen Aspekten medizinischen Handelns begründet Bernhard Winter, warum ärztliches Behandeln auch politisches …

Gesundheitspolitik

Globale Gesundheit - Bericht über die Konferenz »global, gerecht, gesund« von Nadja Rakowitz[1]

Der im Oktober 2009 in Berlin an der Charité zum ersten Mal stattfindende und von den Regierungen Deutschlands und Frankreichs unterstützte »World Health Summit« stieß schon im Vorfeld auf massive Kritik eines breites Bündnisses von gesundheits- und entwicklungspolitischen Organisationen sowie Gewerkschaften. Ihm gehörte auch der vdää gehörte an. Nicht Fragen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge bestimmten das Programm des Kongresses, sondern Überlegungen, wie Forschung und private …

Gesundheitspolitik

Gesundheit für Alle[1] - Vorschlag von medico[2] international auf der Konferenz »global, gerecht, gesund«

»Gesundheit für alle«: das große Ziel der »Weltgesundheitsorganisation« (WHO) – gemessen am weltweit erzeugten Reichtum und dem immer profunder gewordenen Wissen um die Zusammenhänge des Lebens könnte es längst verwirklicht sein. Die Realität aber ist eine andere. Zwar ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 50 Jahren kontinuierlich gestiegen, aber innerhalb vieler Länder vergrößert sich die Kluft zwischen denen, die vom gestiegenen Lebensstandard auch gesundheitlich …

VPP 1/2011

Tagungsbericht zum Symposium „Depression und Therapie affektiver Störungen" in Tübingen

Anlässlich des 60. Geburtstages des Lehrstuhlinhabers für Klinische Psychologie an der Universität Tübingen, Prof. Dr. Martin Hautzinger, fand ein eintägiges Fachsymposium in der Neuen Aula der Universität statt. Insgesamt etwa 250 geladene Gäste fanden sich zu den State-of-the-Art-Referaten rund um das Thema „Depression und Therapie affektiver Störungen" im Audimax ein. Neben Vertretern der Lehrstühle für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychosomatik aus ganz Baden Württemberg befanden …

Aktuelles

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz für ein Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) vom 7. Dezember 2010

Der PARITÄTISCHE begrüßt, dass das Bundesministerium der Justiz Empfehlungen des von der Bundesregierung im März 2010 initiierten Runden Tischs „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ aufgreift und bereits kurz nach Vorstellung des Zwischenberichts am 01.12.2010 konkrete Gesetzesänderungen vorschlägt. 

In den letzten Jahren hat der Gesetzgeber die Stellung des Opfers im Strafverfahren durch …

Gesundheitspolitik

Selbsthilfestrukturen im Web 2.0[1]

Die Anzahl internetgestützter Selbsthilfeangebote ist heute kaum mehr überschaubar. Selbsthilfe im Web 2.0 untergliedert sich zum einen in die Darstellung der Selbsthilfestrukturen aus der „physischen Welt“, zum anderen in eine Vielzahl virtueller Selbsthilfegruppen aller Couleur.

 

Formelle Strukturen

Nahezu sämtliche Selbsthilfeorganisationen haben heute Internetauftritte mit Informations- und Materialsammlungen sowie Verzeichnissen lokaler Gruppen. Gleiches gilt für die …

Psychiatrie

Richtig umsteuern[1] - Eckpunkte zur zukünftigen Finanzierung der klinisch-psychiatrischen Versorgung

von Nils Greve, Peter Kruckenberg, Bernd Meißnest, Martin Osinski, Sebastian Stierl

 

1.      Von der Anstalt zum psychiatrisch-psychotherapeutischen Krankenhaus
          in der Gemeinde

Die Psychiatriereform der letzten vierzig Jahre hat auch das Gesicht der Krankenhauspsychiatrie in der Tendenz verändert:

– Räumlich abgelegene Anstalten sind zunehmend ersetzt worden durch wohnortnahe
   Krankenhauseinrichtungen.

– Die „elenden und menschenunwürdigen Bedingungen“ in den Fachkrankenhäusern …

VPP 1/2011

Versorgungsgerechtigkeit und andere Wahnvorstellungen

von Joseph Randersacker

 

Der Gesundheitspolitik steht ein dramatischer Kurswechsel bevor. Sah es vor Kurzem noch sehr schlecht um ihre Zukunft aus, scheinen nun goldene Zeiten anzubrechen: „Wir hatten einfach die falschen Themen und die falschen Zielgruppen“, sagt Günter S., ein hoher Beamter des Gesundheitsministeriums. Man hätte sich zu lange um die Gesundheit der Menschen gekümmert, obwohl man spätestens seit der Ottawa-Charta der WHO hätte wissen müssen, dass die Menschen am besten selbst …