Nach dem Suizid zweier Jugendlicher Anfang 2010 in Berlin wandten sich Menschen aus ihrem Bekanntenkreis mit einem Brief an die Öffentlichkeit: „Zwei Studenten sind durch Suizid aus dem Leben gegangen, deren Akne mit Roaccutan® bzw. Isoderm® (Wirkstoff Isotretinoin) behandelt wurde. (Der eine) stürzte sich von einem Parkhausdach in Tempelhof, (der andere) sprang vom 8. Stock des Mathegebäudes der TU in Berlin. (…) Die Aknemittel werden bis heute noch verschrieben, und, …
Die sozialen Ungleichheiten in Deutschland verschärfen sich. Von Einkommenssteigerungen profitieren vor allem diejenigen, die bereits vermögend sind. Die Ärmsten werden noch ärmer – und Armut macht krank.
Public Health darf diese Entwicklung nicht als unabwendbares Schicksal hinnehmen. Es sind die gesellschaftlichen Institutionen, die Menschen erst den Raum geben, sich zu entfalten. Sie muss Public Health stärker in den Blick nehmen.
Mehr Eltern wünschen sich eine frühe Kinderbetreuung in öffentlichen Einrichtungen. Doch beim Ausbau der Angebote ist die Qualität entscheidend, wenn die erhofften positiven Effekte realisiert werden sollen.
Der Druck auf die klinische und ambulant-gemeindepsychiatrische Versorgung nimmt zu. Die niedersächsische Entwicklung darf jedoch nicht den Blick auf andere Modelle integrierter Versorgung versperren, meint Christian Zechert
Wer die Entwicklung der psychiatrischen Versorgung durch Verträge zur Integrierten Versorgung (IV) in den letzten Monaten verfolgte, stellt fest, dass durch Bekanntwerden der IV-Versorgung der AOK Niedersachsen mit der Janssen-Cilag Tochter I3G das Thema bundesweit …
Ideen erhalten – Erfahrungen nutzen – Reformen starten
Am 1. Juli 2001 trat das Sozialgesetzbuch zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX) in Kraft. Die Einführung des SGB IX markierte einen historischen Wendepunkt in der deutschen Behindertenpolitik und leitete einen Paradigmenwechsel ein: Teilhabe statt Fürsorge, Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung, Freiheit statt Bevormundung – das Wunsch- und Wahlrecht der Betroffenen sollte endlich in den Mittelpunkt gerückt werden.
Die Ergebnisse einer Befragung von Psychiatrie-Erfahrenen und Psychiatrie-Mitarbeitern zeigen, dass Arbeit und finanzielle Grundsicherung Schlüssel zur sozialen Teilhabe sind
Von Christian Zechert und Birgit Görres
Zahlreiche Veröffentlichungen und Projekte beschäftigen sich in den letzten Jahren sowohl auf nationaler und internationaler Ebene mit der mangelhaften Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Frage jedoch, ob sich Betroffene überhaupt als »exkludiert« empfinden und was sie sich …
Vortrag auf der Tagung „Barrierefreiheit für die Seele“ an der Evangelischen Akademie in Landau am 20. und 21. Mai 2011
von Bernhard Scholten, Leiterder Abteilung Soziales und Demografie im rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD), Mainz
Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungenhttp://de.wikipedia.org/wiki/Behinderung (Behindertenrechtskonvention) ist seit März 2009 Teil des innerstaatlichen Rechts. Die Bundesregierung hat zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention einen Aktionsplan angekündigt. Ferner steht die lange angekündigte Reform der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen (SGB XII) in dieser Legislaturperiode an. Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz hat im November …
“Spain is different”, das sagen wir, die Spanier, gerne zu Ausländern oder Touristen, wenn diese die Realitäten in Spanien wahrnehmen. Schultern hoch, Resignation im Gesicht und - “Spain ist different”. Dieses Motto der franquistischen Epoche, das als Tourismus-Reklame so bekannt geworden ist, bleibt weiterhin sehr aktuell. Aber was ist anders in Spanien?
Um die Situation der Psychotherapie verstehen zu können, müssen auch Hintergrundinformationen über das Land miteinbezogen werden. Spanien hat …
In Polen ist die Lage für PsychotherapeutInnen – und PatientInnen – außerordentlich schwierig. So besteht mit schätzungsweise 2000 PsychotherapeutInnen bei rund 40 Millionen Einwohnern ein erheblicher Mangel an Fachkräften. Die pflichtversicherten PatientInnen können sich zwar in Praxen und Kliniken theoretisch kostenfrei behandeln lassen, de facto müssen sie jedoch meist privat zuzahlen. Weder die Ausbildung noch die Qualitätssicherung unterliegt einheitlichen Standards.