Ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung

Portrait

Ältere Menschen mit psychischen Störungen sind psychotherapeutisch sehr schlecht versorgt. Deshalb hat die DGVT 2012 eine neue Fachgruppe ins Leben gerufen, die sich speziell mit den Bedürfnissen der ständig wachsenden Gruppe alter Menschen beschäftigt.

Insbesondere bei Hochaltrigen kommt ambulante Psychotherapie praktisch nicht vor. Außerdem wissen wir noch wenig darüber, wie wir mit den üblichen psychotherapeutischen Ansätzen und Methoden den Bedürfnissen und Zielen älterer Menschen gerecht werden. Anliegen und Ziele der neuen Fachgruppe sind:

  • Erfahrungsaustausch/ Fallbesprechung unter KollegInnen zur Weiterentwicklung von Psychotherapie mit älteren Menschen
  • Gezielte Ansprache von und Vernetzung mit  Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern und Heimträgern zur Förderung einer angemessenen Versorgung
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Verankerung von Alternspsychotherapie in der Gesellschaft
  • Förderung von Maßnahmen zur Qualifikation von Psychologischen Psychotherapeut/innen
  • Förderung der Berücksichtigung von Alternspsychotherapie in Kammern und Gremien der Kassenärztlichen Vereinigung

Initiatorinnen der Fachgruppe sind Monika Basqué (Leiterin des Ausbildungszentrums Berlin, Sprecherin der DGVT- Landesgruppe Berlin) und Dr. Eva-Marie Kessler (Nachwuchsgruppenleiterin in der Abteilung für Psychologische Alternsforschung der Universität Heidelberg)

Eine Mailingliste „Altern“ wurde außerdem bereits eingerichtet: InteressentInnen können sich über dgvt(at)dgvt(dot)de anmelden.

Aktuelles

Corona-Pandemie: Ältere Menschen sind sehr viel mehr als »die Risikogruppe«

29.05.2020

Wenn in der öffentlichen Debatte in Zeiten der Corona-Pandemie über ältere Menschen gesprochen wird, dann fällt regelhaft der Begriff der Risikogruppe. Ansteckungs- oder Sterberaten werden kaum berichtet, ohne dass fortgeschrittenes chronologisches Alter thematisiert wird (etwa „90 Prozent der Verstorbenen waren über 70 Jahre“). Die Rede von der ‚Risikogruppe ältere Menschen‘ scheint dabei oftmals – empirische Analysen stehen noch aus – in eine bestimmte mediale Bildsprache eingebettet zu sein. Diese reicht von gebrechlichen alten Menschen an Rollatoren bis hin zur bloßen Darstellung von Körperteilen wie etwa faltigen Händen oder Körperhinterseiten. Jetzt kommt vielleicht der Einwand: Aber sind nicht auch ältere Menschen in Anbetracht erhöhter Raten für Infektionen, schwere Verläufe und Sterblichkeit eine zentrale Risikogruppe? Und ist es nicht auch zu ihrem Schutz sinnvoll, immer wieder auf ihr erhöhtes Risiko hinzuweisen?

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